Warehouse

Exklusiv! Der Schiß aus dem Warehouse!

Ihr erinnert euch. An Silvester hat ein Partygast in der Elektroküche, zur Warehouse Jahresabschlussparty, mal kräftig auf die Kacke gehauen. Es ist unbelegt ob er sich von A.N.A.L. angestiftet fühlte oder das Set von Dandi & Ugo, die zu dem Zeitpunkt spielten, einfach nur scheisse fand. Das Thema ging durch alle Medien, Smag berichtete zuerst, dicht gefolgt von VirtualNights die von SchleckySilberstein zitiert wurden. Das ganze gipfelte dann in einer Berichterstattung im Kölner Express. Man könnte also sagen, wir sprechen von dem viralsten Schiß des 21sten Jahrhunderts. Ehre wem Ehre gebührt, dachte ich mir und möchte ebenfalls in die Kerbe der aktuellen Berichterstattung schlagen. Man könnte sagen ich wäre maximal zu spät dran, denn alle anderen haben das Thema ja schon zum Gipfel getrieben aber ich habe natürlich mehr. Ich habe den Schiß!

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Dieses geschickt platzierte Arrangement  aus Kippenstummel, zerknüllter Plastikflasche, undefinierbarem Papier und der unübersehbaren Cremigkeit gipfelt fast in abstrakter Kunst.

Der Künstler selbst möchte fast sagen: „Ich will mit meinem Kunstwerk auf die Vergänglichkeit der Welt aufmerksam machen“. Vielleicht hat er aber auch einfach nur gut gezielt.  Mir stellen sich ein paar Fragen in diesem Zusammenhang:

  1. Was sagt der Tontechniker zu seinem beschissenen Kabel?
  2. Haben Dandi & Ugo danach oder davor beschissen gespielt?
  3. Hat die Elektroküche danach gestunken?
  4. Ist jemand reingetreten?
  5. Was hat der „Täter“ vorher gegessen?

Wer mir all diese Fragen wahrheitsgetreu beantworten kann bekommt eine 2×12 “ Vinyl von Sebastian Groth´s Album „Pounding“ von mir. Gerne auch beschissen.

Frohes Neues!

domination of techno

Veranstalter und ihre Kreativität

Ich bin ja schon oft auf die Unfähigkeit einiger Veranstalter eingegangen und hatte euch ja bereits einen kleinen Überblick bereitgestellt: http://wp.me/p3q3jT-7Z

Hier haben wir es mal wieder mit einem wirklich speziellen Exemplar zu tun. Domination of Techno Es ist mir einfach unbegreiflich wie man eine Location derart reudig bespielen kann. Hier passt einfach gar nichts, vom Flyerdesign bis über den Eventnamen hin zu den Djs.

1. Flyerdesign

Gute Güte, Jungs! Ein guter Flyer kostet nicht die Welt und wie beim tätowieren ist es auch hier – der gute Freund den man schon jahrelang kennt, der das alles zuhause und nebenbei macht…ja der produziert halt eben nur schiefe Wordart Scheisse. Zumindest aber günstig.

2. Eventname

Ein Eventname sollte im Gedächtnis bleiben. Die Leute sollen wissen was sie erwartet. Eine Ikone des nordrheinwestfälischen Technos ist Massimo und seine, mittlerweile im Studio Essen stattfindende, Eventreihe „Definition of Techno“. Es ist NICHT kreativ daraus Domination of Techno zu machen. Zumindest aber günstig.

3. Die Djs.

Es fällt mir wirklich schwer mir Double DK oder Kvn Triebstoff auf einem ernstzunehmenden Flyer zu lesen. Headliner Awakenings: Chris Liebing, Len Faki, Double DK. Irgendwie…nicht. Moses hingegen funktioniert schon, der Moses auf dem Flyer bin nur leider nicht ich. Ist eben nicht kreativ. Zumindest aber günstig.

Lange Rede, wenig Sinn. Ich kann mir durchaus vorstellen dass mir jetzt die Macher der Veranstaltung ihre Anwälte auf den Hals hetzen. website load speed test Die angedrohte Anzahl der Anwälte verhält sich nämlich immer umgekehrt proportional zum IQ der beteiligten.

Abgesehen davon wäre ich dankbar wenn dieser „Moses“ nicht mehr meinen Namen

verwendet. Finde ich nämlich irgendwie befremdlich.

 

PS: Ist ja nicht so das die Veranstalter da oben die einzigen kreativen Highlights der Branche sind…

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dj zitate

Zitate aus der Dj Hölle

Wie ihr wisst treibe ich mich unerfolgreich seit vielen Jahren in der Szene herum. Man hasst oder mag mich, das ist mir zumeist egal. In meinem Netzwerk treffe ich hin und wieder auf andere Zeitgenossen die sich „Dj“ oder „Künstler“ nennen. Meist haben sie eins gemeinsam: Sie reden Bullshit.

Ich möchte mich an ein kleines Potpourri an Zitaten erinnern. Gerne darf in den Kommentaren geraten werden wer was gesagt hat.

1. „Ey 14 Dinger drin, ich hab schon voll den Pillenbauch“

…sagte er und streckte mir seinen prallgefüllten Bauch entgegen. Nicht das ich es schon an seinen Augen und seinen unkontrollierbaren Gesichtszuckungen erkannt hätte, nein er spielte auch eine Mischung aus Neotrance, Hardtechno und Happy Hardcore vor mir. Kleine Hilfsarbeiter legten Kanalfurchen in seinem Gesicht an um den Schweiß abzutransportieren, sein Kiefermuskel stand kurz vor der Detonation und die Durchblutung seiner Extremitäten war durch seine explosiven Bewegungen mehr als angeregt. Ich war voller Respekt aufgrund der Menge an Teilen und der Tatsache das er noch halbwegs gerade stehen konnte. Ich vermute, das bedurfte vermutlich lange Jahre Training in chinesischen Bergklostern bei dünnen kleinen Pillenmönchen mit Spitzbärten.

2. Liebe Leute, ich komme in meinen Nachrichten und Freundschaftsanfragen nicht mehr hinterher. Bitte habt Geduld!

…postete er. Und viele andere. Ich würde das akzeptieren und für meine Liste der Schande ignorieren wenn wir über die große Garde der Vorzeigedjs sprechen. Gerne auch über den kommerziellen Bodensatz an EDM CD Schleudern wie Guetta und co. Schliesslich haben die Fans. In Massen um nicht zu sagen, Tonnen von turnbeuteltragenden Bauchfreiteenies die die Augen zu dieser gefühlvollen Musik schließen und denken der aufgebügelte Trance von 2002 wär jetzt ganz neuer heisser Scheiss. Bitte lieber Technonachwuchs: Lasst mich in Ruhe mit euren Nachrichten, Freundschaftsanfragen oder sonstigem Bullshit. Lasst eure Screenshots sein, lasst eure Beiträge darüber sein. Entweder ihr lügt euch in die hohle Hand oder versucht eure kleinen Penisse mit den armen Seelen eurer Jünger künstlich zu vergrößern. Beides ist maximal Scheiße.

3. Die sind alle wegen mir gekommen!

Natürlich. Den Headliner den wir an diesem Tag für teures Geld gebucht hatten, hätten wir uns sparen können um einfach dein übersteigertes Ego in großen Lettern auf den Flyer zu ballern. Warum haben wir daran nicht gleich gedacht? Ganz genau, weil du eben noch in dem Supporterstage bist, die Leute dich mögen und toll finden aber die Events nur mit dir in Kombination mit einem dicken Act besuchen. Das ist ungefähr so wenn du 2 Mädels im Club kennenlernst. Der Weg zu der geilen führt eben immer über die hässliche. Man nennt sie Supporter. Wie dich. Hässlich aber irgendwie ganz nett.

4. Ich spiel vier Decks, alle Fader oben und so, weisste?

Ich versuchte es aber ich scheiterte kläglich daran eine Deckung vor dieser Soundwand zu finden die mich überrollte. Vier Fader oben bedeuten, auch gesynct, einen Soundsalat allererster Sahne vor man kaum entkommen kann. Dynamik? Nie gehört! Anspruch? Was? Breaks? Überbewertet. Ballern muss et! Ein Mixer, ob intern oder extern bietet Equalizer und glücklicherweise hat Traktor etwas eingebaut was sie „Effekte“ nennen. Dieses „Effekte“ ist ganz toll, man kann nämlich daran drehen, seine Arme in die Luft reissen und das Publikum hört es direkt. Klingt eben nur scheiße wenn man die EQ´s nicht benutzt.

5. Ich bin Dj, Veranstalter und habe ein eigenes Label! Wozu brauch ich eine Ausbildung?

Ich bin immer wieder erschrocken wie junge Nachwuchskünstler alles auf eine Karte setzen, irgendwann merken dass Chris Liebing sich irgendwie intelligenter vermarkten konnte und dann wohnungslos der alten Zeiten hinterhertrauern. Es ist das eine keine Ausbildung zu machen und sein Lebenskonzept auf Clubs, Drogen und Feiern fußen zu lassen aber diese Einstellung auch noch öffentlich zu äußern disqualifiziert einen in der Sekunde in der man >ENTER< gedrückt hat um diesen Erguss von Dämlichkeit über Facebook zu publizieren. Vorbildfunktion ist anders.

6. Dj XYZ is killin´it

Anscheinend laufen da draussen Massenmörder mit Plattenkoffern durch die Gegend. Wieviele Djs derzeiten ihr Publikum auf Festivals und Clubs „killen“ erschreckt mich. Mich wundert das es überhaupt noch eine Szene gibt. Vielleicht hat das auch alles einen Hauch von „Blood Bath“ aus dem grandiosen Wesley Snipes Film „Blade“.

7. Ich geh nach Berlin, da werde ich erfolgreich.

Natürlich. In dem Moment in dem dein Meldeantrag beim örtlichen Wohnungsamt eingeht, wird ein Newsletter an sämtliche nationalen und internationalen Agenturen und Clubs verschickt mit dem Betreff: „New Dj arrived“. Du wirst im Nachgang überhäuft mit Anfragen und dir steht die ganz große Karriere bevor. Wir leben hier in Berlin alle vollkommen mietfrei und fernab jeglicher Idee von 9to5 Jobs. Generell müssen wir nicht arbeiten sondern verbringen unser Leben in alternativen veganen Streetfood Restaurants an kleinen Holztischchen mit ausgelaufenen Kerzen auf Rotweinflaschen. Wir haben eine städtische Club Mate Flatrate und werden von Apple gesponsort. Jeden Morgen kommt ein kleiner Nachwuchskünstler und poliert das Aluminium unserer Macbooks. Life is easy!

8. Hi, hör dir mal mein Set an! [soundcloud oder noch schlimmer: sendspacelink]

Kein Problem. Mein Tag beginnt um 8 Uhr morgens. Ich stehe auf, putze mir die Zähne und richte mich in meinem Büro ein das ich eigens dazu eröffnet habe um beschissene Sets zu hören. Bekomme ich 10 Minuten keinen Link von jemandem der mir gänzlich unbekannt ist werde ich unruhig und schreibe ein paar Leute an denen ich folge. Vielleicht haben sie ja Sets für mich die ich hören kann.

9. Ich produziere mit FruityLoops.

Tut mir leid.

10. Ich lege mit VirtualDj auf.

Bring dich um.

Ruhr in Love – eine Bilanz.

Die Ruhr in Love ist vorbei. Das rosa Raverfest im Ruhrpott. Das Mekka aller kommerziellen und semikommerziellen Nachwuchsraver liegt derzeit in den Mündern der Lokalnachrichten. Drogen wurden gefunden! Natürlich!

RP Online zum Beispiel titelt: 22 Festnahmen und 400 Anzeigen bei „Ruhr-in-Love“

Oberhausen. Die Rauschgiftfahnder der Polizei hatten bei der Techno-Party „Ruhr-in-Love“ am Samstag in Oberhausen einen erfolgreichen Tag. Sie nahmen 22 Verdächtige wegen Verstößen gegen

das Betäubungsmittelgesetz fest, wie die Polizei am Sonntag mitteilte.

Außerdem erstatteten sie insgesamt 395 Strafanzeigen. Trotz Fußball-WM und Gewittergefahr waren fast 50.000

Menschen zum „elektronischen Familienfest“ (Werbung der Veranstalter) gekommen.

Die Polizei nahm einen 27-jährigen Betrunkenen fest, der Bereitschaftspolizisten und Rettungskräfte mit einer Flasche beworfen hatte, als sie einen Verletzten versorgten.
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speedopfer

10 gute Gründe einen Veranstalter zu meiden

Ich möchte mich hier nicht zu den Dingen die am Wochenende in Köln passiert sind auslassen, das haben andere bereits zur Genüge getan. Es erschreckt mich allerdings jede Woche aufs neue welche Menschen sich da draußen tummeln und welche Vorhaben sie meist nicht in die Tat umsetzen. Das führt mich mal wieder zu einer meiner berühmt, berüchtigten Aufstellungen. Woran also erkennt man…

…einen schlechten Veranstalter?

10. Die Anfrage

„Hey Digga, haste Bock bei uns zu spielen? Wir können allerdings nicht soviel zahlen!“ ist das Paradebeispiel für Unprofessionalität. Die Sache beginnt ja schon bei der Ansprache. Wenn man nicht gerade „Dj Digga“ heißt ist diese umgangssprachliche Geschichte ziemlich daneben, außer man geht regelmäßig gemeinsam saufen. Abgerundet wird die Nummer durch die, zugegeben etwas versteckte, Ankündigung dass keine Gage gezahlt wird. Advanced Mode: „Unser Budget ist knapp“ „Wir haben aber eine richtig fette Anlage“ oder „Wenn es voll ist zahlen wir dir natürlich mehr“ Tragisch: Es ist in der Regel leer.

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Discoboys vs. EDM

Lieber Gordon,

ich habe Schwierigkeiten. Mir fällt es schwer Verständnis für deine Kolumnen aufzubringen. Du als Teil von Bimmel & Bommel, bekannt für übergrosse Sonnenbrillen und Echthaarperücken beschwerst dich doch nicht tatsächlich gerade über den Proll Kindergarten in der elektronischen Szene. Ein Schelm, wer da Neid vermutet.

Nicht das du dich über übergrosse Dj Rider beschwerst, die die stinkende Gerüchteküche auch einmal den Discoboys nachsagte, nein – du beschwerst dich tatsächlich über die Tatsache das David Guetta und Konsorten alte Tracks verwursten und wiederaufnehmen.

Ich darf an dieser Stelle den Wikipedia Eintrag zu den Discoboys zitieren: „For You, ihr bislang kommerziell erfolgreichster Titel, benutzt längere Passagen des gleichnamigen Songs von Manfred Mann’s Earth Band, das wiederum auf dem ebenfalls gleichnamigen Song von Bruce Springsteen basiert.“

Nun, ich frage mich ob es verwerflich ist wenn David Guetta´s neuer Track „Shot me Down“ längere Passagen des gleichnamigen Songs „Bang Bang“, von den Audiobullys, das wiederum auf dem Original von Nancy Sinatra basiert,

benutzt.

Welch Ironie…

Kolumne von Gordon: Klick!

 

clubkram

Gute Musik kennt keinen schlechten Club…!

Ich bin genervt. Genervt von der Politik. Nein, ich meine nicht die Ukraine Krise, ich meine nicht die Verfehlungen unserer Regierung oder die 1.Mai Krawalle. Ich meine die Politik der Szene. Die ach so lockere und aufgeschlossene Szene. Spielst du hier spielst du nicht bei mir. Oder so. Ich habe mein eigenes Verständnis von Techno und das erschließt sich sicherlich nicht jedem, wer mich aber hören mag der soll das tun. Ich bin froh eine kleine und gemeine Fanbase zu haben die nicht nur meine schriftlichen Ergüsse mag. Ich freue

mich immer wieder diese Fanbase durch Gigs in verschiedenen Städten erweitern zu dürfen.

Dass ich, nach einer Anfrage aus Stadt X erstmal den Laden X überprüfen und mich dem Risiko aussetzen muss dann in einem anderen lokalen Club, der vielleicht etwas bekannter ist, nicht spielen zu dürfen, ist mir allerdings zuwider. Die Gründe warum dem so ist sind vielfältig. Zum einen achten die Booker / Clubs darauf das ein Künstler nicht häufiger als beispielsweise vierteljährlich in derselben Stadt auftreten. Klingt logisch. Ein wenig Exklusivität darf gerne sein. Zum anderen wird oft argumentiert das ein Künstler, wenn er im „falschen“ Club spielt, das „falsche“ Publikum zieht. Nun, sicherlich ein Argument wenn der Club ein intoleranter Hipsternazischuppen ist. Bloß keine Offenheit gegenüber anderen Menschen. Danke, tschüß.

Lässt man sich auf diese Politik ein bedeutet das möglicherweise eine komplette Clublandschaft auszublenden, nur um in dem einen geilen Laden spielen zu dürfen. Das kann sich dann auch mal über ein Jahr hinziehen – oft ergebnislos. So wird dann mal eben eine komplette Region ausgeblendet obwohl es dort viele Leute gibt die dich hören möchten.

Ich verstehe die Attitüde der Clubs, nur professionelle Künstler buchen zu wollen. Und professionelle Künstler spielen eben nicht überall. Auch verstanden. Allerdings kennt gute Musik eben keinen schlechten Club. Sie funktioniert überall, eine ausreichende Anlage und Technik vorrausgesetzt. Zu guter Musik darf der Proll genauso feiern wie der Szenehipster. Je mehr Marketing, je mehr Ghettoisierung der verschiedenen „Bevölkerungsschichten“, je mehr Zerstörung der Szene und ihrer Grundsätze.

Die Auswahl des Clubs in dem ich spiele möchte ich selber treffen. Ich lege auf eine gute Betreuung und eine professionelle Organisation wert. Dazu zählt für mich auch ein gut gemachter Flyer, ein angemessener Eintritt und eine gute Party. Diese kann nur funktionieren wenn gute Musik auf gute Leute trifft. Da ist es mir egal ob sie einen Jogger oder Jeans tragen.

Hört bitte auf mit eurer Engstirnigkeit, danke.

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GEMA nach Hause!

Liebe GEMA,

unlängst habt ihr eure neuen Tarife für DJ´s angekündigt. Damit seid ihr dann auch in diesem Jahrtausend angekommen und habt begriffen das es neben den klassischen, originalen Tonträgern wie CD´s und Vinyl´s auch andere legale Musik geben kann. Ich begreife euch immer noch als rückständiges Wesen, eingepfercht in einem alten Stasi Bau aus den 50´ern. Gemeinsam mit der Telekom, der Post, Deutsche Bahn und vermutlich auch der GEZ sitzen eure Berater dort vor Röhrenfernsehern und süffigem Filterkaffee. Mobiltelefone sind verboten, man kennt das nicht und was man nicht kennt ist erstmal grundsätzlich böse. Ihr habt ockerfarbene Cordhosen und moosgrüne Pullunder an und verziert eure Gesichter mit einer schmucklosen Hornbrille. Der Kreuzberger Hipster würde das vermutlich wieder cool finden, wir aber nicht.

Mit dem Füllfederhalter schreibt ihr eure Ideen auf kariertes Papier. Eine dieser Ideen ist jetzt, neben den GEMA Abschlägen der Clubs, die DJ´s ebenfalls zu schröpfen. Die haben ja jetzt diese digitalen Dinger, mp3´s genannt. Für jedes dieser komischen Dateiformate sollen wir Dj´s nun 13 cent zahlen. Jährlich. Natürlich.

„DIE WELT“ hat letztes Jahr ausgerechnet das 100GB bei einer Bitrate von 192 bis 320kbit, jeden DJ jährlich 1950,- kosten dürften. Nicht jeden natürlich, Vinyl DJs und Mike Maaß ausgenommen. Letzterer besitzt ja nun nichts mehr.

Lange Rede, wenig Sinn: Das ist de fakto nicht haltbar. Nichtmal eine Kopie der erworbenen Original CD wäre lizenzfrei. Wird ein bereits bezahltes Backup wieder hergestellt, beispielsweise nach einem Diebstahl – sorry Mike Maaß – oder nach einem Festplattencrash, darf neu bezahlt werden denn: Jeder Kopiervorgang zählt einzeln!

Wie ihr das feststellen und kontrollieren wollt ist mir völlig schleierhaft. Wie man auf diese unumsetzbare Idee kommt, auch. Dieses völlig abstruse Modell zeigt mir wieder das ihr vollkommen weltfremd agiert.

Vielen Dank das ihr mir die Entscheidung, auf digitales Auflegen umzusteigen, vorab schon abgenommen habt. Ich werde bei Vinyl bleiben. Auch wenn ihr, ein Jahr nach Ankündigung und Umsetzung immer noch nicht wirklich agiert habt.

Steckt euch eure Füllfederhalter tief in eure Ärsche, verschluckt euch an eurem Filterkaffee oder kippt aus eurem Bürostühlen. Hauptsache dieser Wahnsinn findet langsam mal ein Ende.

Herzlichst,
Moses

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Die Feierfotze oder…I heart you

Als Dj auf der „anderen Seite“ zu stehen hat viele Vor -und Nachteile. Zu den Vorteilen gehören sicherlich das viele Reisen, die netten Hotelzimmer, die Groupies und das gratis Koks. Letzteres fällt für mich Wassertrinker natürlich auch weg. Die negativen Seiten liegen darin begründet das ich jedes Set wesentlich aufmerksamer höre und mir Fehler schneller auffallen als dem gemeinen Feiervolk. Viel mehr gibt es nicht. Naja, mal von den ganzen schrecklichen Tracks abgesehen die man vielleicht noch als Promos bekommt. Wie auch immer. Eines ist mir in meiner Zeit aber immer wieder aufgefallen. Diese unsäglichen Handbewegungen und Moves. Um sich mit „der Crowd zu connecten“ oder so. Mittlerweile sind nicht nur die David Guettas der Szene dabei gesichtet worden, sondern auch beispielsweise ein Dj Rush. Hilfe! Ich denke es ist Zeit euch einen kleinen Exkurs zu geben und euch in die Szene der „Feierfinger“ und „Handfotzen einzuführen.

 

Der Feierarm

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Sicherlich einer der berühmtesten Moves der Szene. Deutschlands hübschester DJ, Phil Fuldner, hält ihn einfach bewegungslos in jeden Break. Connection und so, ihr versteht. Ansonsten könnte man meinen, auf diesen Move würde Afrojack ein Trademark halten, man sieht ihn aber eigentlich auch bei den letzten Provinzdjs. Ja, sogar ich lasse mich manchmal dazu bewegen.

 

Friede sei mit euch!

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Niemand benutzt dieses Zeichen mehr als der überbezahlte Top Dj auf den Festivals dieser Welt. Oft auch als Begrüssung eingesetzt, zeigt dieses Zeichen den Bezug zum Weltfrieden und die Bekämpfung des Hungers in der dritten Welt. Ursprünglich verbal eingeführt von den Miss Worlds und Universums dieser Galaxie ist dieses Zeichen rund um die Welt gängig und verständlich. Ein echter Allrounder!

 

Der Feierfinger!
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Einen weiteren Allrounder möchte ich euch hier vorstellen: Der Feierfinger! Am sinnvollsten wird er im Takt wippend eingesetzt, er kann aber auch punktuell dazu benutzt werden das Groupie für die bevorstehende Afterhour zu selektieren. Durch drauf zeigen, wippen,

in die Luft stechen oder einfach nur durch vertikales in der Luft halten ist er vielseitig einsetzbar und wird sowohl vom Publikum als auch vom Dj immer öfter genutzt. Ein zeitloses Feature, das in jedes Repertoire gehört.

Das Herz! 

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Oft missverstanden als der Double Handjob, wurde das Herz vor vielen Jahren in die Szene eingeführt. Historiker sind sich unsicher wer den Anfang machte. David Guetta ist ein hochgehandelter Favorit und nutzt diese Geste weiterhin erfolgreich. Jedoch wurde Paul van Dyk auf einer Loveparade Abschlusskundgebung, Ende der 90´er, bereits mit dieser Geste gesichtet. Anyway, diese Geste stellt wohl die ultimative Verbindung zum Feiervolk her. Sie drückt, Liebe und unumgängliche Zuneigung aus! Ein, durch lange Thekenschlangen oder schlechte Übergänge, missmutiges Publikum kann dadurch schnell ruhig gestellt werden. Ich habe nach wie vor keinen Zweifel daran das diverse Groupies aus diesem Move einen perfektionierten Double Handjob für die Dj Duos dieser Welt gemacht haben. Congratz ihr Discoboys da draussen!

Der Feieranus!

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Ich bin mir unschlüssig was dieser, immer öfter gesehene, Move tatsächlich zu bedeuten hat. Ist es dieses Spiel aus unseren Jugendzeiten? Wer reingeguckt hat muss sich schlagen lassen? Abwischen, Danke, Cool. Vielleicht ist es aber auch die Bekenntnis zu Analsex und hat als ultimativer Ausdruck des engen Lochs seine Berechtigung im Berghain erlangt?  Wer weiss…

Die Feierfotze!

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Abgeleitet aus dem missglückten Versuch ein Herz zu bilden ist die Feierfotze längst zu einer Huldigung des weiblichen Publikums avanciert. Die holde Weiblichkeit fühlt sich endlich so wertgeschätzt wie sie es verdient hat. Lange Jahre war diese Randgruppe als unnötiger Ballast verschrien, als billige Groupies und ohne jegliche Fähigkeiten die über die sexuellen Gefälligkeiten hinausgingen. Die Feierfotze macht damit Schluss und holt die Mädels, endlich und verdient, aus dem Schatten der Nichtbeachtung. Respect!

Eine kleine Anleitung um euch ebenfalls die Möglichkeit zu geben, euren Respekt auszudrücken. Bildet mit dem Daumen und Zeigefinger eine nahezu gerade Linie, wie ein Spagat. Presst dann die Fingerkuppe des rechten Zeigefingers an die linke. Dasselbe macht ihr mit der Kuppe des Daumens. Es bildet sich eine längliche, konisch nach oben zulaufende Form. Fast wie ein Tropfen. Je mehr Druck ihr auf die Fingerspannung legt, desto weiter verwandelt sich diese tropfenartige Form zu einem Schlitz. Voilá, ihr habt es geschafft! Ich bin stolz auf euch und nun geht hinaus und zeigt euren Respekt!

Militaristischer Techno

Manchmal weiss ich wirklich nicht ob ich lachen oder weinen soll.

Aus Detmold kommt ein gewisser Horst Schmitt daher, seines Zeichens als sachkundiger Bürger stellvertretend im Stadtrat tätig. Diese abstruse Kombination allein wäre schon eine Pointe wert, so stellt sich zumindest mein Gehirn automatisch einen verkrusteten untersetzten Kerl, Mitte 50, mit Hornbrille und erzkonservativ vor. Grüner Pullunder, Beige Cordhose. Hipster gibt es auch in Detmold.

Der Delegierte des Linken Kreisverbands Lippe hat ein ganz besonderes Anliegen. Er möchte gerne die Partei Hymne „Die Internationale“ der Partei DIE LINKE aus den jeweiligen Parteitagen verbannen.

Antrag an die 1. Tagung des 4. Parteitages der Partei DIE LINKE
15. Februar 2014 in Hamburg
Der Parteitag möge beschließen:
Aussetzung der akustischen oder gesanglich musikalischen Intonierung des Liedes “Die Internationale“ innerhalb der Partei DIE LINKE…

Das alleine wäre mir keinen Blogbeitrag wert, schliesslich gibt es grenzdebile Menschen an jeder Ecke. Er allerdings, begründet seinen Antrag mit der Tatsache das Musik stets politisch sei. Musik unterteile sich seiner Meinung nach in 3 Bereiche – Musik die dem linken spektrum zugeordnet werden könne, dem Mainstream und natürlich Musik die dem rechten Spektrum zugeordnet werden könne.

echtspolitische Musik ist stark rhythmisch bis monoton rhythmisch.
Monoton rhythmische Musik findet sich beim Militär, und diente mit monotonen Trommelschlägen in der Geschichte beim Einsatz von Menschenschlachten. Sie ist Symbol des Kapitalismus, da es die Zählweise
von Geld 1 Euro, 2 Euro, 3 Euro usw. Aber auch die Musikrichtung Techno gehört dazu, da dort die monotone technologische Zählweise 01 01 01 01 … ist, woraus sich ein monotoner Musikrhythmus ergibt, der somit auch eine moderne Interpretationsform des Militarismus ist. Daraus erklären sich auch die Besucher von sogenannten Techno-Loveparades, die vorwiegend aus dem konservativen bis rechtspolitischen Spektrum kommen. Wer auf ein Techno-Konzert geht, geht nicht auf ein Rock-Konzert und anders herum genauso. Es sind zwei verschiedene Kultur- und kulturpolitische Welten. Während die Besucher von Techno-Konzerten vorwiegend aus dem konservativen und rechten Spektrum kommen, sind die Besucher von Rock-Konzerten im linkspolitischen Bereich zu Hause. Nicht ohne Grund haben auch Rechte Gruppierungen in Duisburg nach dem katastrophalen Vorfall mit 21 Toten für die Abwahl des Oberbürgermeisters plädiert.
Friedensmusik oder Friedenslieder, melodisch gesungen zu melodischer Musik, dagegen sind immer melodisch und sind damit linkspolitisch.

Junge, Junge. Mir wird gerade so einiges klar. Ihr kennt das, diese Euroscheine – dieser wunderschöne Rhythmus beim zählen nach dem letzten Koksverkauf. 1€, 2€, 3€, kurzer break – arme in die Luft – weiter gehts, 1€, 2€, 3€. Gute Güte, ich verwechsel auch immer den roten 3€ Schein mit dem grünen 1€ Schein.

Ich erinnere mich gerne zurück an die letzte Loveparade in Duisburg. So einen grossen NPD Parteitag hat es noch nie gegeben. Erinnert ihr euch noch an das letzte Mal, 2006 in Berlin? Welch ein Sommer – ganz Berlin waren die Sonnencremes ausverkauft und jeder half sich gegenseitig die Glatze einzuschmieren. Nachdem diverse Strassenzüge abgerissen werden mussten wurde die Loveparade ja bekanntlich ins Ruhrgebiet verlegt. Man dachte das die ehemalige Industrieregion die 1,6 Mio Paar Springerstiefel, die im Takt auf den Asphalt treffen, besser verkraften könne. Ich erinnere mich noch genau wie 99´ die 1 Mio Marke geknackt und vor der Synagoge eng wurde. 1 Millionen Nazis die, angetrieben von Dr. Motte, die Wiedergeburt von Himmler forderten. Der Zentralrat der Juden forderte entsetzt einen eigenen Float und wollte Sven Väth auflegen lassen, was letztendlich an seiner Nase scheiterte. Chris Liebing rief bei der Abschlusskundgebung den totalen Krieg aus und Anthony Rother wurde von Monika Kruse des Nichtariertums bezichtigt. Generell waren die Djanes von damals wahre Trümmerfrauen! Sie haben uns stets den Rücken gestärkt, als wir den Zweifrontenkrieg gegen Eurodance und Coversongs führten. Wir wurden aus Stalinorgeln mit Dr. Alban und Rednex beschossen und aus den eigenen Reihen von Verrätern wie Blümchen oder Mr. President hintergangen. Wir stellten sie in eine Reihe und exekutierten sie gemeinsam mit Whigfield und Captain Jack. Das war damals noch konsequent!

Ich freute mich als 2001 der lange schwelende Protest um den besten Freund des gemeinen Nazis, Anklang fand. Der letzte Wagen war nun ein rollendes, temporäres Tierheim für die mitgebrachten Rottweiler und Schäferhunde. Mit Ballparadies. Das war schön.

Ganz besonders beeindruckt hat mich ja derzeit auch die Kreativität die damals in der Luft lag. Es war so unfassbar abenteuerlich mal keine weissen Schnürsenkel in seinen Springerstiefeln zu tragen. Erinnert ihr euch noch an die die sich trauten ein fröhliches Gelb oder Grün zu tragen? Das waren noch wirkliche Abenteurer!

Sauber gezupfte Scheitel und bunt gefärbte Hitlerbärtchen, zackige Nachfragen nach Drogen und kollektives salutieren vor dem vorgesetzten Dj. Wo gibt es das heute noch?

Heute fragen die Leute nur noch: „Heil Hitler. Wo ist mein Keta?“

Schlimm, nicht wahr Herr Schmitt?horst

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